Veskamyr
Eigenschaft
Name Vassili Mercere
Sprache Mittelsprache
Herkunft
Hintergrund
Klasse
Geschwindigkeit
Verteidigung
Lebenspunkte
Geld 60 Silbertaler
Ausrüstung
Attribut Wert Fokus
Talente
Name Schaden Bemerkung
Rüstung Schutz Behinderung

Vassili ist ein typisches Kind reicher Eltern. Er nimmt vieles auf die leichte Schulter, weil er eigentlich in seinem Leben noch keine Probleme lösen musste. Mit 13 Jahren wurde er von seinen Eltern, reichen Händler aus Oxigron, auf die örtliche Magierakademie gesteckt. Dort landete er in einer Clique ähnlicher Gestalten. Und weil die meisten seiner neuen Freunde von woanders her kamen, nannte die Gruppe sich Weltengänger.

Die Weltengänger wurden schnell bekannt als lästige Plage am Campus, die mit ihrer Überheblichkeit sogar die Magister angingen. Gleichzeitig waren sie ein fleißiger Haufen Streber, die wirklich gute Fortschritte zeigten. Vassili mimte den dunklen Magus und experimentierte von Anfang an mit Schatten und Feuer. Auch mit der Anatomie und der Chirurgie setzte er sich intensiv auseinander.

Trotz mehrerer strengerer Regelverstöße akzeptierte die Akademieleitung das forsche Auftreten der Weltengänger. Mit etwa 16 Jahren fingen sie an, auch in der Stadt aufzufallen. Sie trieben sich bis spät in der Nacht in Spelunken herum, provozierten die einfache Bevölkerung, wohl wissend, dass ihre Kraft (und ihr Geld) sie vor Gröberem beschützte.

Typisch für derartige Gruppen war aber auch ein permanenter innerer Wettstreit. Immer mehr manifestierten sich die Konflikte zwischen den Mitgliedern der Weltengänger. Immer wieder wetteiferte man um den Titel des Besten im Trimester. Wassili konnte diesen Titel ab und zu für sich gewinnen, aber niemand führte die Rangliste eindeutig an. Insbesondere fühlte sich Vassili drei der Weltengänger eng verbunden: Marlin Hagalmer, Caranest Brodelion und Brandelan Tirura.

In einem Winter allerdings erkrankte Vassili und musste sich längere Zeit zurückziehen. Als er schließlich wieder an die Akademie ging, fühlte er sich seltsam ausgeschlossen und abgehängt. Alle seine Kommilitonen redeten von ihren Forschungsreisen und -exkursionen. Seine besten Freunde waren gerade unterwegs auf einer Reise in die Ödnis im Osten. Drei Monate nach Vassilis Genesung kehrten sie zurück – ohne Caranest. Der war ums Leben gekommen.

Immer mehr rutschte Vassili in die Isolation. Weil er sowohl im Studienfortschritt als auch im Erlebten nicht mehr mit den Weltengängern mithalten konnte, vertiefte er sich immer mehr in die Studien. Oberflächlich war er genauso großspurig wie zuvor, eine tiefe Angst und Unzufriedenheit nagte aber jetzt an ihm, die er nur mit viel Willenskraft unterdrücken konnte.

Exkursionen waren eines der Aushängeschilder der Akademie, doch niemand bat Vassili, an einer teilzunehmen. Offensichtlich war er jetzt auf sich selbst gestellt. Aus seinen Studien hatte er sich zwei Ziele gesucht: ein genaueres Studium der hermetischen Theorie rund um die Götter Ternakal und Gogol und eine kleine Region im Nordosten von Thirven, den Kraj. Ternakal und Gogol standen für Feuer und Schatten – genau wie seine Magie. Im Kraj, so hieß es, manifestierte sich die blanke Energie und sein bisheriges Leben erschien ihm im Vergleich dazu sehr profan.

Schon bereit, die Expedition alleine auf sich zu nehmen, reiste er nach Thirien in die dortige Akademie. Einige besondere Schriften dort versprachen tieferen Einblick in den Kraj. In der Bibliothek begegnete ihm eine fremdländisch anmutende Frau, die auch gerade Recherchen betrieb. Allerdings trug sie keinerlei Abzeichen offizielles Mitglied einer Magiergilde oder Angehörige der Akademie zu sein. Schon wollte er sie des Ortes verweisen. Da erinnerte er sich daran, wie ihn diese Gesellschaft zur Zeit ausschloss. Chusun, so der Name der Fremden, informierte sich über den Glauben in Thirven und schien irritiert, wie die verschiedenen Kirchen hier nebeneinander existierten. Vassili versorgte sie mit einigen Schriften über den alten Druidenkult und Jukos. Seine Sicht auf die Götter, meinte Chusun nach einer längeren Diskussion, sei verabscheuenswürdig ambivalent. Offensichtlich sah sie sich als Missionarin oder Priesterin. Vassili war sich nicht ganz sicher, wie ernsthaft ihre Streite gewesen waren, da Glauben nie eine bedeutende Rolle für ihn gespielt hatte. Doch war sie ihm offensichtlich auch dankbar für den Zugang zu den Büchern, den er ihr gewährt hatte.

Zufällig lernte er in dieser Zeit eine junge abenteuerlustige Frau kennen: Rabiah von Hoffmester. In einem Anflug von Übermut überredete er sie, mit ihm auf die Reise in den Kraj zu gehen. Von Chusun verabschiedete er sich flüchtig und brach mit Rabiah nach Oxigron auf. Dort unternahmen sie einige letzte Vorbereitungen. Am Abend vor ihrer Abreise stärkten sie sich in einer Taverne am Fluss noch einmal, als auf einmal Chusun in die Wirtsstube eintrat. Vassili winkte sie an den Tisch. Bei ihr war ein junger hagerer Mann, der sich als Daasda vorstellte. Überrascht stellten sie fest, dass auch die zwei Neuankömmlinge in den Kraj ziehen wollten. Kurzerhand brachen sie zu viert auf.